Der Morgen des 26.Mai 2026 begann in Dinant. Zelt abbauen, ein letztes Foto am bekannten Touristenspot und dann direkt auf den RAVeL entlang der Maas. Im nächsten Ort besorgte ich mir erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Mit Blick aufs Wasser ließ ich mir Zeit, genoss die Ruhe des Morgens und dachte noch nicht darüber nach, wo ich am Abend landen würde.

Mein Weg führte mich Richtung Lüttich. Unterwegs lag Namur und dort stand etwas auf meiner persönlichen Liste, das ich schon lange machen wollte: die Zitadelle besuchen. Oft hatte ich sie nur von unten gesehen, diesmal hatte ich die Zeit, den Berg hinaufzufahren. Trotz der Hitze war der Anstieg gut machbar und die Aussicht über die Maas jede Anstrengung wert. Einer dieser Momente, an die man sich noch lange erinnert.


Kurz darauf war meine Sonnencreme aufgebraucht. Also führte der nächste Stopp in Andenne direkt in eine Apotheke. Gut so, denn die Sonne meinte es an diesem Tag wirklich ernst.
Hinter Tihange wurde die Fahrt plötzlich unterbrochen. Ein Fahrzeug der regionalen Verwaltung versperrte den Radweg. Arbeiten an einer Hochspannungsleitung, die über die Maas und den Radweg führt. Mindestens 30 Minuten Wartezeit. Kein Schatten, keine sinnvolle Umfahrung. Also hieß es: warten in der prallen Sonne.
Später erreichte ich einen Rastplatz, den ich von früheren Touren kannte. Bänke, Tische, ein Sonnendach – und genau das Richtige für einen kurzen Powernap. Dort traf ich auch andere Radfahrer. Im Gespräch erzählten sie mir von einem Campingplatz bei Maastricht. Ein kurzer Blick aufs Smartphone genügte und mein Tagesziel stand fest.

Je näher ich Lüttich kam, desto weniger gefiel mir die Umgebung. Viel Industrie, viel Schmutz und wenig Atmosphäre. Umso schöner war es, die Stadt wieder hinter mir zu lassen und auf dem RAVeL schnurgerade Richtung Maastricht zu rollen.
Kurz vor dem Ziel wartete noch eine kleine Überraschung. Auf meiner Planung sah es nach einer Brücke aus. Vor Ort stellte sich heraus: Es war eine Fähre. Und die fährt nur bei Bedarf. Also lag ich noch eine Weile im Gras und wartete, bis genügend Menschen auf eine Überfahrt warteten.
Am Abend erreichte ich schließlich den Campingplatz in Maastricht. [Camping de Oosterdiessen]Gepflegt, freundlich und wunderschön gelegen. Statt des günstigen Trekkingplatzes entschied ich mich für einen ruhigeren Bereich, denn für den nächsten Tag war ein Ruhetag geplant. Die sauberen Sanitäranlagen und die im Preis enthaltenen Duschen fühlten sich nach den vergangenen Tagen fast luxuriös an.

Den Abend ließ ich am kleinen Strand des Campingplatzes ausklingen und schaute der Sonne beim Untergehen zu.
📍 Dinant → Namur → Andenne → Tihange → Lüttich → Maastricht
