Der Tag begann frรผh auf dem Campingplatz โCamping de Renvalโ in Bastogne. Als ich aus dem Zelt schaute, lag der kleine Teich noch ruhig vor mir, nur das leise Plรคtschern des Wassers war zu hรถren. Dazu gab es einen fantastischen Sonnenaufgang, der den Himmel in warme Farben tauchte. Einen eigenen Shop gibt es auf dem Platz zwar nicht, aber nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich eine Tankstelle. Dort konnte ich mich problemlos mit allem fรผr das Frรผhstรผck eindecken. Den Kaffee bereitete ich wie gewohnt mit meiner Bialetti auf dem Gaskocher zu. Ein guter Mokka am Morgen gehรถrt fรผr mich inzwischen einfach dazu.


Nach dem Frรผhstรผck verlieร ich Bastogne auf einem geschotterten RAVeL-Weg in Richtung La Roche-en-Ardenne. Die Strecke fรผhrte zunรคchst durch kleine Waldstรผcke, in denen der Halbschatten der Bรคume fรผr angenehme Temperaturen sorgte. Spรคter ging es รผber ruhige Nebenstraรen vorbei an alten Hรถfen und durch kleine Dรถrfer. Die Sonne gewann im Laufe des Vormittags immer mehr an Kraft, und ich war รผber jeden Schattenplatz froh, den ich unterwegs finden konnte. Trotz der stรคndigen Auf- und Abstiege kam ich gut voran und erreichte schlieรlich La Roche-en-Ardenne.
Dort hatte ich als Dotwatcher die Gelegenheit, einige Teilnehmer des Utrecht Ultra persรถnlich zu treffen. Es war schรถn zu sehen, wie sehr sie sich รผber ein paar aufmunternde Worte freuten. Nach einem kurzen Gesprรคch machten sie sich wieder auf den Weg in den nรคchsten Abschnitt des Rennens, der ihnen sichtbar einiges abverlangen wรผrde. Ich selbst blieb noch etwas lรคnger in der Stadt, kaufte Wasser ein und nutzte die Gelegenheit fรผr einen Besuch im Musรฉe de la Bataille des Ardennes.

Anschlieรend ging es weiter Richtung Dinant. Die Mittagshitze machte sich inzwischen deutlich bemerkbar, und zunรคchst fรผhrte mich die Route รผber Marche-en-Famenne. Irgendwann fiel mir jedoch auf, dass die Strecke irgendwie merkwรผrdig verlief. Nach kurzer Kontrolle wurde klar, was passiert war: Mein Wahoo hatte mir eine Route angezeigt, die ich offenbar versehentlich neu geplant hatte.
Aus Versehen? Tatsรคchlich erinnerte ich mich daran, dass ich das GPS-Gerรคt beim Einkaufen in La Roche in die Tasche gesteckt hatte. Dort hatte es mehrfach Pieptรถne von sich gegeben, denen ich zunรคchst keine Bedeutung beigemessen hatte. Offenbar hatte das sehr empfindliche Touchdisplay in meiner Tasche ein Eigenleben entwickelt und eine neue Route erstellt.
So fand ich mich plรถtzlich auf dem Gipfel eines langen Anstiegs auf einer Landstraรe wieder, die definitiv nicht Teil meines ursprรผnglichen Plans gewesen war. Zum Glรผck lieร sich das schnell korrigieren, und wenig spรคter war ich wieder auf dem richtigen Weg in Richtung Ciney.
In Ciney fรผllte ich meine Trinkflaschen erneut auf. Von dort aus fรผhrte mich die Strecke รผber Wege, die ich bereits von frรผheren Fahrten kannte. Besonders die kleine Kapelle am Wegesrand fiel mir wieder ins Auge, bevor es schlieรlich bergab nach Dinant ging.
Mein Tagesziel war erneut der Campingplatz direkt an der Maas. Die Ausstattung dort ist zwar eher spartanisch, erfรผllt aber genau ihren Zweck. Nach diesem langen Tag war mir ohnehin nicht mehr nach viel Komfort. Die Kombination aus Hitze und den vielen Hรถhenmetern hatte mich ordentlich gefordert. Entsprechend froh war ich, als ich schlieรlich in meinen Schlafsack kriechen konnte. Lange dauerte es nicht, bis ich eingeschlafen war.
