Bikepacking 2026 | Tag 2


Der Tag begann früh auf dem Campingplatz „Camping de Renval“ in Bastogne. Als ich aus dem Zelt schaute, lag der kleine Teich noch ruhig vor mir, nur das leise Plätschern des Wassers war zu hören. Dazu gab es einen fantastischen Sonnenaufgang, der den Himmel in warme Farben tauchte. Einen eigenen Shop gibt es auf dem Platz zwar nicht, aber nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich eine Tankstelle. Dort konnte ich mich problemlos mit allem für das Frühstück eindecken. Den Kaffee bereitete ich wie gewohnt mit meiner Bialetti auf dem Gaskocher zu. Ein guter Mokka am Morgen gehört für mich inzwischen einfach dazu.

Nach dem Frühstück verließ ich Bastogne auf einem geschotterten RAVeL-Weg in Richtung La Roche-en-Ardenne. Die Strecke führte zunächst durch kleine Waldstücke, in denen der Halbschatten der Bäume für angenehme Temperaturen sorgte. Später ging es über ruhige Nebenstraßen vorbei an alten Höfen und durch kleine Dörfer. Die Sonne gewann im Laufe des Vormittags immer mehr an Kraft, und ich war über jeden Schattenplatz froh, den ich unterwegs finden konnte. Trotz der ständigen Auf- und Abstiege kam ich gut voran und erreichte schließlich La Roche-en-Ardenne.

Dort hatte ich als Dotwatcher die Gelegenheit, einige Teilnehmer des Utrecht Ultra persönlich zu treffen. Es war schön zu sehen, wie sehr sie sich über ein paar aufmunternde Worte freuten. Nach einem kurzen Gespräch machten sie sich wieder auf den Weg in den nächsten Abschnitt des Rennens, der ihnen sichtbar einiges abverlangen würde. Ich selbst blieb noch etwas länger in der Stadt, kaufte Wasser ein und nutzte die Gelegenheit für einen Besuch im Musée de la Bataille des Ardennes.

Anschließend ging es weiter Richtung Dinant. Die Mittagshitze machte sich inzwischen deutlich bemerkbar, und zunächst führte mich die Route über Marche-en-Famenne. Irgendwann fiel mir jedoch auf, dass die Strecke irgendwie merkwürdig verlief. Nach kurzer Kontrolle wurde klar, was passiert war: Mein Wahoo hatte mir eine Route angezeigt, die ich offenbar versehentlich neu geplant hatte.

Aus Versehen? Tatsächlich erinnerte ich mich daran, dass ich das GPS-Gerät beim Einkaufen in La Roche in die Tasche gesteckt hatte. Dort hatte es mehrfach Pieptöne von sich gegeben, denen ich zunächst keine Bedeutung beigemessen hatte. Offenbar hatte das sehr empfindliche Touchdisplay in meiner Tasche ein Eigenleben entwickelt und eine neue Route erstellt.

So fand ich mich plötzlich auf dem Gipfel eines langen Anstiegs auf einer Landstraße wieder, die definitiv nicht Teil meines ursprünglichen Plans gewesen war. Zum Glück ließ sich das schnell korrigieren, und wenig später war ich wieder auf dem richtigen Weg in Richtung Ciney.

In Ciney füllte ich meine Trinkflaschen erneut auf. Von dort aus führte mich die Strecke über Wege, die ich bereits von früheren Fahrten kannte. Besonders die kleine Kapelle am Wegesrand fiel mir wieder ins Auge, bevor es schließlich bergab nach Dinant ging.

Mein Tagesziel war erneut der Campingplatz direkt an der Maas. Die Ausstattung dort ist zwar eher spartanisch, erfüllt aber genau ihren Zweck. Nach diesem langen Tag war mir ohnehin nicht mehr nach viel Komfort. Die Kombination aus Hitze und den vielen Höhenmetern hatte mich ordentlich gefordert. Entsprechend froh war ich, als ich schließlich in meinen Schlafsack kriechen konnte. Lange dauerte es nicht, bis ich eingeschlafen war.