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  • Bikepacking 2026 | Tag 8

    Bikepacking 2026 | Tag 8

    Der letzte Tag begann früh. In der Nacht hatte es geregnet, also musste das Zelt noch nass eingepackt werden. Nach einem ausgiebigen Frühstück und reichlich Kaffee hieß es langsam Abschied nehmen. Einige Teilnehmer machten sich bereits auf den Heimweg, andere blieben noch für den Hangover Ride. Nach ein paar letzten Gesprächen war auch für mich die Zeit gekommen, aufzubrechen.

    Mit frischen Beinen und bei bestem Wetter machte ich mich auf den Rückweg Richtung Deutschland. Die Strecke führte über Roermond und vorbei an Mönchengladbach. Nach dem Grenzübertritt wurden die Unterschiede in der Radwegeinfrastruktur schnell wieder sichtbar. Was in den Niederlanden oft selbstverständlich erscheint, ist auf deutscher Seite nicht immer ganz so komfortabel.

    Trotzdem lief es hervorragend. Ein paar kurze Pausen später erreichte ich Neuss, wo ich mir eine längere Auszeit gönnte. Ein Calippo-Eis, frisches Wasser für die Flaschen und einfach kurz die Beine ausstrecken.

    Danach ging es weiter nach Zons. Mit der Fähre setzte ich über den Rhein und wusste, dass das Ziel nun nicht mehr weit entfernt war. Wenig später war ich wieder zuhause.

    Dort wartete bereits meine Frau auf mich. Nach einer Woche unterwegs konnten wir unseren Jahrestag gemeinsam verbringen – ein schöner Abschluss dieser Reise.

    Rückblickend kann ich sagen: Mein Plan, keinen Plan zu haben, ist perfekt aufgegangen. Es gab kein großes sportliches Ziel, keine Rekorde und keine Vorgaben. Ich wollte einfach abschalten, Neues entdecken und ein kleines Abenteuer erleben.

    Genau das habe ich gefunden.

    Die Eindrücke dieser Woche werde ich in einem Video auf meinem YouTube-Kanal festhalten. Vielleicht liefern sie dem einen oder anderen Inspiration für die nächste eigene Tour.

  • Bikepacking 2026 | Tag 7

    Bikepacking 2026 | Tag 7

    Heute blieb das Fahrrad weitgehend stehen. Nach den vergangenen Tagen auf Tour und der Ankunft beim Smugglers Path war ein weiterer Ruhetag genau das Richtige.

    Den Vormittag verbrachte ich entspannt auf dem Eventgelände. Ich sichtete die Videos der vergangenen Tage, sortierte Aufnahmen und bereitete bereits erste Teile für den späteren Reisebericht vor. Dabei kamen viele Erinnerungen an die bisherigen Etappen noch einmal zurück.

    Auch das Fahrrad bekam etwas Aufmerksamkeit. Nach einigen Tagen auf Tour wurde es gründlich gereinigt und die wichtigsten Dinge kontrolliert. Solche kleinen Wartungsarbeiten gehören für mich genauso zu einer Bikepacking-Reise wie das Fahren selbst.

    Am Nachmittag füllte sich das Gelände zunehmend. Nach und nach trafen die Finisher des Smugglers Path ein. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, mit welchen Geschichten, Erlebnissen und manchmal auch Strapazen die Fahrer ins Ziel kommen.

    Den Abend verbrachte ich schließlich am Lagerfeuer. Gute Gespräche, bekannte Gesichter und die besondere Atmosphäre, die den Smugglers Path für mich jedes Jahr aufs Neue ausmacht.

    Ein Tag ohne viele Kilometer, aber genau die Art von Tag, die eine Tour komplett macht.

  • Bikepacking 2026 | Tag 6

    Bikepacking 2026 | Tag 6

    Nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage stand heute nur eine kurze Ausfahrt auf dem Programm. Die Hitze war bereits am Vormittag deutlich spürbar, deshalb hatte ich mir kein großes Ziel gesetzt.

    Es ging nach Heeze zu Il Magistrale. Ein Radcafé, das für guten Kaffee und leckeren Kuchen bekannt ist. Genau das Richtige für diesen Tag. Dort ließ ich es entspannt angehen, genoss Kaffee und Kuchen und machte mich anschließend wieder auf den Rückweg. Mehr wollte ich heute gar nicht fahren.

    Der eigentliche Höhepunkt des Tages begann erst am Abend zurück auf dem Smugglers Path.

    Mit gutem Bier, Barbecue und einem Lagerfeuer wurde aus einem ruhigen Tag ein ganz besonderer Abend. Für mich sind genau diese Stunden das, was solche Events ausmacht. Nicht die Kilometer, nicht die Technik und auch nicht die Räder. Es sind die Menschen, die Gespräche und die Geschichten, die man miteinander teilt.

    Nach mehreren Tagen alleine auf Tour war es ein besonderer Kontrast, plötzlich wieder von mehreren hundert Menschen umgeben zu sein. Tagsüber war ich oft allein mit meinen Gedanken unterwegs gewesen, jetzt saß ich mitten in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten.

    Und so wurde es ausnahmsweise einmal etwas später. Das Lagerfeuer, die Gespräche und die besondere Atmosphäre waren einfach zu schön, um früh ins Zelt zu verschwinden.

  • Bikepacking 2026 | Tag 5

    Bikepacking 2026 | Tag 5

    Heute ging es vom Campingplatz in Eijsden nach Hamont-Achel zum Smugglers Path. Die direkte Strecke wäre mit rund 50 Kilometern recht kurz gewesen, also baute ich bewusst einige Umwege ein.

    Nach einem ausgiebigen Frühstück auf einer ruhigen Bank in der Sonne führte mich die Route zunächst auf die Grüne Route. Kilometerlang ging es durch dichte Wälder, fernab vom Verkehr. Genau die Art von Strecke, auf der man einfach rollen, abschalten und den Tag genießen kann.

    Für zwei besondere Orte verließ ich die Route kurz. Zuerst ging es zu „Fietsen door het Water“. Dort war ich zwar schon einmal, aber beeindruckend ist es jedes Mal wieder. Der Radweg führt mitten durch einen See, während das Wasser links und rechts bis etwa auf Schulterhöhe reicht. Ob man dabei trocken bleibt, seht ihr in meinem Video auf meinem YouTube Kanal.

    Danach stand „Fietsen door de Bomen“ auf dem Programm. Über eine sanft ansteigende Spirale fährt man langsam bis auf Höhe der Baumwipfel hinauf und bewegt sich für einige Minuten mitten durch die Baumkronen. Ein besonderer Ort, an dem man automatisch etwas langsamer fährt, um die Atmosphäre zu genießen. 🌳

    Anschließend ging es zurück auf die Grüne Route. Unterwegs legte ich noch eine Pause ein und gönnte mir in der Sonne ein leckeres belgisches Bier. Kein Zeitdruck, kein festes Programm – einfach unterwegs sein.

    Am Nachmittag erreichte ich schließlich Hamont-Achel und damit den Smugglers Path.

    Mein liebstes Gravel-Event überhaupt.

    Seit ich das erste Mal dort war, habe ich keine Ausgabe verpasst. Jedes Jahr freue ich mich darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen und Teil dieser besonderen Atmosphäre zu sein.

    Manche Orte fühlen sich einfach ein bisschen wie Heimkommen an.

  • Bikepacking 2026 | Tag 4

    Bikepacking 2026 | Tag 4

    Nach den vergangenen Tagen auf dem Rad hatte ich mir bewusst einen Ruhetag gegönnt. Deshalb blieb ich für eine zweite Nacht auf dem Campingplatz in Eijsden. Eine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellen sollte.

    Am Morgen machte ich mich entspannt auf den Weg nach Maastricht. Die knapp sechs Kilometer vom Campingplatz bis in die Innenstadt waren schnell gefahren. Da Mittwoch war, fand auf dem Markt der traditionelle Fischmarkt statt – genau der richtige Ort, um den Tag zu beginnen.

    Bevor ich durch die Stadt zog, stellte ich mein Fahrrad in einer von der Stadt betriebenen Fahrradgarage direkt am Marktplatz ab. Für Radfahrer ist die Nutzung kostenlos, und so konnte ich Maastricht ganz entspannt zu Fuß erkunden, ohne mir Gedanken um mein Rad machen zu müssen.

    Zum Frühstück zog es mich ins Fahrradcafé Alleycat. Dort gönnte ich mir ein Stück Bananenbrotkuchen und einen handgebrühten Kaffee. Ein perfekter Start in einen Tag ohne Zeitdruck und ohne Kilometerziel.

    Anschließend schlenderte ich viele Stunden durch die Straßen von Maastricht. Ich ließ mich treiben, schaute in die Gassen, beobachtete das Treiben auf den Plätzen und genoss einfach die entspannte Atmosphäre der Stadt.

    Zur Mittagszeit führte mich der Weg zurück zum Fischmarkt. Dort konnte ich einer Portion frischer Kibbeling nicht widerstehen. Frischer Fisch, dazu das geschäftige Treiben auf dem Markt – manchmal sind es genau diese einfachen Momente, die eine Reise besonders machen.

    Am frühen Nachmittag fuhr ich zurück zum Campingplatz. Meine verschwitzten Fahrradsachen hatte ich bereits am Morgen von Hand gewaschen, inzwischen waren sie in der Sonne getrocknet und wieder einsatzbereit.

    Den restlichen Nachmittag verbrachte ich am kleinen Strand des Campingplatzes. Einfach sitzen, auf das Wasser schauen und nichts tun. Nach den vielen Eindrücken und Kilometern der vergangenen Tage tat diese Ruhe ausgesprochen gut.

    Eine nette Geste des Campingplatzes gab es ebenfalls noch: Meine beiden Powerbanks durfte ich an der Rezeption zum Laden abgeben. Am Abend konnte ich sie vollständig geladen wieder abholen – ein Service, der unterwegs nicht selbstverständlich ist und den ich sehr zu schätzen wusste.

    Zum Abschluss des Tages ging es noch in das Restaurant direkt neben dem Campingplatz. Das Essen war hervorragend und bildete einen gelungenen Abschluss eines rundum entspannten Tages.

    So ein Ruhetag ist mehr als nur eine Pause vom Radfahren. Er gibt Zeit, Eindrücke zu verarbeiten, neue Energie zu sammeln und die Reise bewusst zu genießen. Genau das habe ich an diesem Tag getan.

  • Bikepacking 2026 | Tag 3

    Bikepacking 2026 | Tag 3

    Der Morgen des 26.Mai 2026 begann in Dinant. Zelt abbauen, ein letztes Foto am bekannten Touristenspot und dann direkt auf den RAVeL entlang der Maas. Im nächsten Ort besorgte ich mir erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Mit Blick aufs Wasser ließ ich mir Zeit, genoss die Ruhe des Morgens und dachte noch nicht darüber nach, wo ich am Abend landen würde.

    Mein Weg führte mich Richtung Lüttich. Unterwegs lag Namur und dort stand etwas auf meiner persönlichen Liste, das ich schon lange machen wollte: die Zitadelle besuchen. Oft hatte ich sie nur von unten gesehen, diesmal hatte ich die Zeit, den Berg hinaufzufahren. Trotz der Hitze war der Anstieg gut machbar und die Aussicht über die Maas jede Anstrengung wert. Einer dieser Momente, an die man sich noch lange erinnert.

    Kurz darauf war meine Sonnencreme aufgebraucht. Also führte der nächste Stopp in Andenne direkt in eine Apotheke. Gut so, denn die Sonne meinte es an diesem Tag wirklich ernst.

    Hinter Tihange wurde die Fahrt plötzlich unterbrochen. Ein Fahrzeug der regionalen Verwaltung versperrte den Radweg. Arbeiten an einer Hochspannungsleitung, die über die Maas und den Radweg führt. Mindestens 30 Minuten Wartezeit. Kein Schatten, keine sinnvolle Umfahrung. Also hieß es: warten in der prallen Sonne.

    Später erreichte ich einen Rastplatz, den ich von früheren Touren kannte. Bänke, Tische, ein Sonnendach – und genau das Richtige für einen kurzen Powernap. Dort traf ich auch andere Radfahrer. Im Gespräch erzählten sie mir von einem Campingplatz bei Maastricht. Ein kurzer Blick aufs Smartphone genügte und mein Tagesziel stand fest.

    Je näher ich Lüttich kam, desto weniger gefiel mir die Umgebung. Viel Industrie, viel Schmutz und wenig Atmosphäre. Umso schöner war es, die Stadt wieder hinter mir zu lassen und auf dem RAVeL schnurgerade Richtung Maastricht zu rollen.

    Kurz vor dem Ziel wartete noch eine kleine Überraschung. Auf meiner Planung sah es nach einer Brücke aus. Vor Ort stellte sich heraus: Es war eine Fähre. Und die fährt nur bei Bedarf. Also lag ich noch eine Weile im Gras und wartete, bis genügend Menschen auf eine Überfahrt warteten.

    Am Abend erreichte ich schließlich den Campingplatz in Maastricht. [Camping de Oosterdiessen]Gepflegt, freundlich und wunderschön gelegen. Statt des günstigen Trekkingplatzes entschied ich mich für einen ruhigeren Bereich, denn für den nächsten Tag war ein Ruhetag geplant. Die sauberen Sanitäranlagen und die im Preis enthaltenen Duschen fühlten sich nach den vergangenen Tagen fast luxuriös an.

    Den Abend ließ ich am kleinen Strand des Campingplatzes ausklingen und schaute der Sonne beim Untergehen zu.

    📍 Dinant → Namur → Andenne → Tihange → Lüttich → Maastricht