Belgien

  • Bikepacking 2026 | Tag 4

    Bikepacking 2026 | Tag 4

    Nach den vergangenen Tagen auf dem Rad hatte ich mir bewusst einen Ruhetag gegönnt. Deshalb blieb ich für eine zweite Nacht auf dem Campingplatz in Eijsden. Eine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellen sollte.

    Am Morgen machte ich mich entspannt auf den Weg nach Maastricht. Die knapp sechs Kilometer vom Campingplatz bis in die Innenstadt waren schnell gefahren. Da Mittwoch war, fand auf dem Markt der traditionelle Fischmarkt statt – genau der richtige Ort, um den Tag zu beginnen.

    Bevor ich durch die Stadt zog, stellte ich mein Fahrrad in einer von der Stadt betriebenen Fahrradgarage direkt am Marktplatz ab. Für Radfahrer ist die Nutzung kostenlos, und so konnte ich Maastricht ganz entspannt zu Fuß erkunden, ohne mir Gedanken um mein Rad machen zu müssen.

    Zum Frühstück zog es mich ins Fahrradcafé Alleycat. Dort gönnte ich mir ein Stück Bananenbrotkuchen und einen handgebrühten Kaffee. Ein perfekter Start in einen Tag ohne Zeitdruck und ohne Kilometerziel.

    Anschließend schlenderte ich viele Stunden durch die Straßen von Maastricht. Ich ließ mich treiben, schaute in die Gassen, beobachtete das Treiben auf den Plätzen und genoss einfach die entspannte Atmosphäre der Stadt.

    Zur Mittagszeit führte mich der Weg zurück zum Fischmarkt. Dort konnte ich einer Portion frischer Kibbeling nicht widerstehen. Frischer Fisch, dazu das geschäftige Treiben auf dem Markt – manchmal sind es genau diese einfachen Momente, die eine Reise besonders machen.

    Am frühen Nachmittag fuhr ich zurück zum Campingplatz. Meine verschwitzten Fahrradsachen hatte ich bereits am Morgen von Hand gewaschen, inzwischen waren sie in der Sonne getrocknet und wieder einsatzbereit.

    Den restlichen Nachmittag verbrachte ich am kleinen Strand des Campingplatzes. Einfach sitzen, auf das Wasser schauen und nichts tun. Nach den vielen Eindrücken und Kilometern der vergangenen Tage tat diese Ruhe ausgesprochen gut.

    Eine nette Geste des Campingplatzes gab es ebenfalls noch: Meine beiden Powerbanks durfte ich an der Rezeption zum Laden abgeben. Am Abend konnte ich sie vollständig geladen wieder abholen – ein Service, der unterwegs nicht selbstverständlich ist und den ich sehr zu schätzen wusste.

    Zum Abschluss des Tages ging es noch in das Restaurant direkt neben dem Campingplatz. Das Essen war hervorragend und bildete einen gelungenen Abschluss eines rundum entspannten Tages.

    So ein Ruhetag ist mehr als nur eine Pause vom Radfahren. Er gibt Zeit, Eindrücke zu verarbeiten, neue Energie zu sammeln und die Reise bewusst zu genießen. Genau das habe ich an diesem Tag getan.

  • Bikepacking 2026 | Tag 3

    Bikepacking 2026 | Tag 3

    Der Morgen des 26.Mai 2026 begann in Dinant. Zelt abbauen, ein letztes Foto am bekannten Touristenspot und dann direkt auf den RAVeL entlang der Maas. Im nächsten Ort besorgte ich mir erst einmal ein ausgiebiges Frühstück. Mit Blick aufs Wasser ließ ich mir Zeit, genoss die Ruhe des Morgens und dachte noch nicht darüber nach, wo ich am Abend landen würde.

    Mein Weg führte mich Richtung Lüttich. Unterwegs lag Namur und dort stand etwas auf meiner persönlichen Liste, das ich schon lange machen wollte: die Zitadelle besuchen. Oft hatte ich sie nur von unten gesehen, diesmal hatte ich die Zeit, den Berg hinaufzufahren. Trotz der Hitze war der Anstieg gut machbar und die Aussicht über die Maas jede Anstrengung wert. Einer dieser Momente, an die man sich noch lange erinnert.

    Kurz darauf war meine Sonnencreme aufgebraucht. Also führte der nächste Stopp in Andenne direkt in eine Apotheke. Gut so, denn die Sonne meinte es an diesem Tag wirklich ernst.

    Hinter Tihange wurde die Fahrt plötzlich unterbrochen. Ein Fahrzeug der regionalen Verwaltung versperrte den Radweg. Arbeiten an einer Hochspannungsleitung, die über die Maas und den Radweg führt. Mindestens 30 Minuten Wartezeit. Kein Schatten, keine sinnvolle Umfahrung. Also hieß es: warten in der prallen Sonne.

    Später erreichte ich einen Rastplatz, den ich von früheren Touren kannte. Bänke, Tische, ein Sonnendach – und genau das Richtige für einen kurzen Powernap. Dort traf ich auch andere Radfahrer. Im Gespräch erzählten sie mir von einem Campingplatz bei Maastricht. Ein kurzer Blick aufs Smartphone genügte und mein Tagesziel stand fest.

    Je näher ich Lüttich kam, desto weniger gefiel mir die Umgebung. Viel Industrie, viel Schmutz und wenig Atmosphäre. Umso schöner war es, die Stadt wieder hinter mir zu lassen und auf dem RAVeL schnurgerade Richtung Maastricht zu rollen.

    Kurz vor dem Ziel wartete noch eine kleine Überraschung. Auf meiner Planung sah es nach einer Brücke aus. Vor Ort stellte sich heraus: Es war eine Fähre. Und die fährt nur bei Bedarf. Also lag ich noch eine Weile im Gras und wartete, bis genügend Menschen auf eine Überfahrt warteten.

    Am Abend erreichte ich schließlich den Campingplatz in Maastricht. [Camping de Oosterdiessen]Gepflegt, freundlich und wunderschön gelegen. Statt des günstigen Trekkingplatzes entschied ich mich für einen ruhigeren Bereich, denn für den nächsten Tag war ein Ruhetag geplant. Die sauberen Sanitäranlagen und die im Preis enthaltenen Duschen fühlten sich nach den vergangenen Tagen fast luxuriös an.

    Den Abend ließ ich am kleinen Strand des Campingplatzes ausklingen und schaute der Sonne beim Untergehen zu.

    📍 Dinant → Namur → Andenne → Tihange → Lüttich → Maastricht

  • Bikepacking 2026 | Tag 2

    Bikepacking 2026 | Tag 2

    Der Tag begann früh auf dem Campingplatz „Camping de Renval“ in Bastogne. Als ich aus dem Zelt schaute, lag der kleine Teich noch ruhig vor mir, nur das leise Plätschern des Wassers war zu hören. Dazu gab es einen fantastischen Sonnenaufgang, der den Himmel in warme Farben tauchte. Einen eigenen Shop gibt es auf dem Platz zwar nicht, aber nur wenige Gehminuten entfernt befindet sich eine Tankstelle. Dort konnte ich mich problemlos mit allem für das Frühstück eindecken. Den Kaffee bereitete ich wie gewohnt mit meiner Bialetti auf dem Gaskocher zu. Ein guter Mokka am Morgen gehört für mich inzwischen einfach dazu.

    Nach dem Frühstück verließ ich Bastogne auf einem geschotterten RAVeL-Weg in Richtung La Roche-en-Ardenne. Die Strecke führte zunächst durch kleine Waldstücke, in denen der Halbschatten der Bäume für angenehme Temperaturen sorgte. Später ging es über ruhige Nebenstraßen vorbei an alten Höfen und durch kleine Dörfer. Die Sonne gewann im Laufe des Vormittags immer mehr an Kraft, und ich war über jeden Schattenplatz froh, den ich unterwegs finden konnte. Trotz der ständigen Auf- und Abstiege kam ich gut voran und erreichte schließlich La Roche-en-Ardenne.

    Dort hatte ich als Dotwatcher die Gelegenheit, einige Teilnehmer des Utrecht Ultra persönlich zu treffen. Es war schön zu sehen, wie sehr sie sich über ein paar aufmunternde Worte freuten. Nach einem kurzen Gespräch machten sie sich wieder auf den Weg in den nächsten Abschnitt des Rennens, der ihnen sichtbar einiges abverlangen würde. Ich selbst blieb noch etwas länger in der Stadt, kaufte Wasser ein und nutzte die Gelegenheit für einen Besuch im Musée de la Bataille des Ardennes.

    Anschließend ging es weiter Richtung Dinant. Die Mittagshitze machte sich inzwischen deutlich bemerkbar, und zunächst führte mich die Route über Marche-en-Famenne. Irgendwann fiel mir jedoch auf, dass die Strecke irgendwie merkwürdig verlief. Nach kurzer Kontrolle wurde klar, was passiert war: Mein Wahoo hatte mir eine Route angezeigt, die ich offenbar versehentlich neu geplant hatte.

    Aus Versehen? Tatsächlich erinnerte ich mich daran, dass ich das GPS-Gerät beim Einkaufen in La Roche in die Tasche gesteckt hatte. Dort hatte es mehrfach Pieptöne von sich gegeben, denen ich zunächst keine Bedeutung beigemessen hatte. Offenbar hatte das sehr empfindliche Touchdisplay in meiner Tasche ein Eigenleben entwickelt und eine neue Route erstellt.

    So fand ich mich plötzlich auf dem Gipfel eines langen Anstiegs auf einer Landstraße wieder, die definitiv nicht Teil meines ursprünglichen Plans gewesen war. Zum Glück ließ sich das schnell korrigieren, und wenig später war ich wieder auf dem richtigen Weg in Richtung Ciney.

    In Ciney füllte ich meine Trinkflaschen erneut auf. Von dort aus führte mich die Strecke über Wege, die ich bereits von früheren Fahrten kannte. Besonders die kleine Kapelle am Wegesrand fiel mir wieder ins Auge, bevor es schließlich bergab nach Dinant ging.

    Mein Tagesziel war erneut der Campingplatz direkt an der Maas. Die Ausstattung dort ist zwar eher spartanisch, erfüllt aber genau ihren Zweck. Nach diesem langen Tag war mir ohnehin nicht mehr nach viel Komfort. Die Kombination aus Hitze und den vielen Höhenmetern hatte mich ordentlich gefordert. Entsprechend froh war ich, als ich schließlich in meinen Schlafsack kriechen konnte. Lange dauerte es nicht, bis ich eingeschlafen war.


  • Bikepacking 2026 | Tag 1

    Bikepacking 2026 | Tag 1

    Der Start meiner Bikepacking-Tour begann in Stolberg. Eigentlich hätte ich lieber in Aachen gestartet, doch aufgrund einer Baustelle der Bahn und des eingerichteten Schienenersatzverkehrs stand bereits vorher fest, dass Stolberg mein Ausgangspunkt sein würde.

    Bei bestem Wetter rollte ich in der noch kühlen Morgenluft durch die Felder zur Vennbahn. Trotz Pfingstsonntag und des bevorstehenden Feiertags war es angenehm ruhig. Die Sonne wurde schnell stärker und ich war froh, die Sonnencreme eingepackt zu haben. Es fühlte sich einfach gut an, unterwegs zu sein.

    Für diese Tour hatte ich bewusst nur grob geplant. Kein festes Tagesziel, kein Zeitdruck, kein Zwang, noch ein paar Kilometer mehr fahren zu müssen.
    Der Weg war das Ziel. Ich hielt dort an, wo es mir gefiel, machte Pausen, wann immer ich wollte, und ließ einfach mal alles auf mich zukommen.

    Erst gegen Mittag begann ich darüber nachzudenken, wo ich die Nacht verbringen würde. Die Entscheidung fiel auf Bastogne. Ein schöner, gepflegter Campingplatz und die erste Nacht auf Tour.

    Vorher machte ich noch einen Abstecher zum Bastogne War Museum. Das Museum selbst habe ich nicht besucht. Verschwitzt und staubig vom Radfahren erschien mir das nicht passend. Stattdessen verbrachte ich einige Zeit draußen und dachte darüber nach, was hier während der Ardennenoffensive geschehen ist und welche Auswirkungen diese Ereignisse bis heute haben.

    Dabei fiel mir etwas auf, das man entlang der Vennbahn noch immer sehen kann: Die gesamte Trasse gehört zu Belgien, selbst dort, wo sie durch Deutschland verläuft. Rechts und links liegen deutsche Wiesen und Felder, dazwischen belgisches Gebiet – ohne sichtbare Grenze.

    Vielleicht ist genau das ein schönes Symbol für das, was wir heute genießen dürfen: Freiheit ohne sichtbare Grenzen.

    📍 Stolberg → Vennbahn → Bastogne

  • Auf der velofollies 2026

    Auf der velofollies 2026

    Wie konnte ich um alles in der Welt diese Fahrradmesse bisher ignorieren? Also jetzt mal ehrlich.
    Die cyclingworld habe ich von Anbeginn begleitet und besucht. Der Eurobike habe ich in Frankfurt zweimal einen Besuch abgestattet.
    Aber die velofollies habe ich bisher irgendwie gekonnt ignoriert.

    Ehrlich gesagt bin ich Mitte Januar mit wenig Erwartung zur velofollies nach Kortrijk in Belgien gefahren. Viel konnte man im deutschsprachigen Raum auch nicht über die Messe herausbekommen. Weniger als eine handvoll Rennrad und MTB Portale haben dazu Videos veröffentlicht. Ich wollte mir halt einen visuellen Eindruck verschaffen wie es da wirklich zugeht. Geschrieben ist schnell das es volle Hallen sind und die Fachbesucher dort viel zu sehen haben. Ich wollte sehen was mich da erwartet. Erstaunlich wenige haben dazu auf YouTube was hochgeladen. Dementsprechend neugierig war ich darauf was mich da wirklich erwartet.

    Wenn ich Erwartungen gehabt hätte, wären die auf jeden Fall übertroffen. Kann ich definitiv so sagen.

    Also habe ich meine Kamera eingepackt und ein zwei Mikrofone. Ein paar Tage vorher noch auf gut Glück eine Media Akkreditierung abgesetzt die auch sehr schnell bestätigt wurde.

    Was ich dann vor Ort vorgefunden habe waren ausreichend Parkplätze fast direkt vor der Tür. Ein sehr netter Empfang im Presse Office wo es erst einmal Kaffee und Wasser zum mitnehmen gab und natürlich die Eintrittskarte in Form eines Armbandes.

    Die Schlange vor dm Eingang war nicht existent. Das soll heißen man musste nicht anstehen sondern ging einfach rein. Zu erwähnen sei das ich am Samstag da war. Die Messe öffnete um 10 Uhr die Tore und ich ging um ca. 10:15 Uhr durch den Eingangsbereich.
    Mein erster Gedanke war natürlich das da natürlich auch nichts los sei. So schnell wie man reinkam. Aber weit gefehlt.

    Die erste von insgesamt 6 Hallen war voll. Rappelvoll. Ich musste mich durchschieben und tief in meinem inneren begann ich schon zu seufzen. Aber ich kann vorweg nehmen das es ab er zweiten Halle dann wesentlich entspannter zuging. Also alles gut.

    Breite Gänge und eine wirklich bunt gemischte Standsortierung. Das Konzept erschloss sich mir auch erst später. Denn so ging ich auch an Ständen vorbei die ich nicht gesucht hätte. Denn die standen neben denen die ich mir im Vorfeld zum Besuch auf meinem Lageplan markiert hatte. Das ist mir hier auf der velofollies auch wirklich erst bewusst geworden weil es so offensichtlich war. Sehr angenehm kann ich sagen. Da fand man dann Blackroll zum Beispiel neben einem Hersteller für Lastenräder gegenüber von VanRysel. Bunter ging es echt nicht.

    Was mir persönlich auffiel und was mir auch an den Ständen denen ich einen Besuch abgestattet hatte bestätigt wurde, ist etwas noch viel offensichtlicheres. Es gab fast ausschließlich Fachpublikum. Irgendwie hatten alle sehr intensive Gespräche und die Aussteller hatten sichtlich Freude daran nicht nur so Fragen zu beantworten ob es das Rad nicht auch in Rot gebe. Nein. Die Fragen gingen um Materialzusammensetzung des Rahmen, Schaltgruppen die zu verschiedenen Einsatzzwecken genutzt werden und wie man bestimmte Komponenten und Zubehör kombinieren kann.
    Da waren keine Sammler mit Jutetaschen bepackt die Kulis und Pfefferminz von den Ständen einsammelten.
    Es waren fast alles Fachgespräche und die Aussteller waren darauf vorbereitet. Das war faszinierend und dies ergab eine tolle Atmosphäre mit vielen spannenden Gesprächen und Diskussionen in die man sich einklinken konnte. So denn man die Sprache verstand 😉 Englisch ist da grundsätzlich kein Problem und damit kommt man zu 99,8% weiter.

    Deutsch sollte man nicht erwarten aber es gab den einen oder anderen Aussteller auch aus Deutschland mit deutschsprachigen Personal. Aber auch mit denen habe ich mich erst auf englisch unterhalten und erst bei der Verabschiedung realisierte man, das man eigentlich auch hätte deutsch sprechen können.

    Ich entschied mich ein für mich neues Format auszuprobieren und einfach mal einen Rundgang auf der Messe mit der Kamera zu begleiten. Keine Gespräche oder Interviews mit Ausstellern. Einfach ein mit der Kamera begleiteter Rundgang. Ich hatte Spaß und bin begeistert von der velofollies und deren Konzept.

    Jetzt hier für euch aber das Video zum anschauen. Was haltet ihr davon? Schreibt es mir gerne in die Kommentare auf YouTube oder schreibt mir eine Email.

  • Smugglerspath 2025

    Smugglerspath 2025

    Der smugglerspath ist für mich ja bereits eine echte Institution und ein Jahr ohne den smugglerspath in Belgien ist unvorstellbar.
    Dazu gehört natürlich auch ein kurzes Video, dieses mal als Rückblick zum Event.

    Für alle die jetzt Neugierig sind und das selbst mal erleben möchten, die Anmeldung zum smugglerspath2026 ist ab dem 15.11.2025 geöffnet und man sollte schnell sein.

    Die Tickets sind sehr begehrt und du findest sie für alle Smugglers Events hier: https://smugglers.be